Baugeschichte

Baugeschichte Markuskirche
Baugeschichte Markuskirche
Baugeschichte Markuskirche
Baugeschichte Markuskirche

Der Ruf nach einer eigenen Kirche wird immer lauter und dringlicher
(Eintrag in der Pfarrchronik unter dem 05.12.1954)

Im Juli 1954 kaufte die Evangelische Pfarrgemeinde A.B. Ottakring die Parzelle Thaliastraße 156 als Baugrund für eine Kirche. Der schon seit den frühen 1930ern benützte Betsaal in der Haymerlegasse 31 bot nur Platz für 110 Personen, weshalb sonntäglich zwei Hauptgottes-dienste gehalten wurden. Seit 1952 hatte die Pfarrgemeinde, die damals über 5600 Glieder umfasste, einen Kirchenneubau angestrebt und einen Baufonds etabliert.

Die für das erworbene Grundstück vorgeschriebene geschlossene Bauweise erzwang förm-lich einen viergeschossigen Baukörper für Wohnzwecke an der Straßenfront. Zufolge einer  Ausnahmegenehmigung konnte der ebenerdige Baukörper der Kirche im dahinterliegenden Teil des Bauplatzes geplant werden.
Im März 1966 begannen die Bauarbeiten, Grundsteinlegung war am 12. Juni 1966. Nach der Schlüsselübergabe Ende 1967 erfolgte die feierliche Weihe der Markuskirche am 4. Februar 1968.

So sieht das neue Gemeindezentrum aus
Arch. DI Rudolf Angelides hatte im Erdgeschoss des straßenseitigen Wohngebäudes den Ge-meindesaal und einen Raum für die Jugend angeordnet. Ein Zwischentrakt für Eingang in die Pfarrräume , Kanzlei und Sanitärgruppe stellt die Verbindung zur saalartigen, mit dem Altar-raum nach Norden gerichteten  Kirche her. Im Zugangsbereich liegen die Sakristei und ge-genüber eine Stiege zur kleinen Orgelempore. Der Architekt beschreibt die ergreifend schlichte Hallenkirche, deren einziger Schmuck die bunt verglasten Fensterbänder an den Längsseiten sind, so: „Altartisch, Kanzel, Taufstein und Altarstufen sind teilweise aus Eichen-holz und aus heimischem Kalksandstein. Der Fußboden ist allseits mit rotbraunen Hartgußas-phaltplatten ausgelegt. Die Bänke, auch in Eiche, sind unterhalb der Sitzflächen mit elektri-schen Heizkörpern versehen. Sie bietet 230 Personen Platz.“ Ein Kreuz über dem Hausein-gang war straßenseitig der einzige Hinweis auf das unsichtbare geistliche Bauwerk im Hof. Diese Gegebenheit konnte jedoch mehr als 40 Jahre später verbessert werden.

Vom Harmonium zur Orgel
Zunächst wurde der Kirchengesang mit einem Harmonium begleitet. Die Pfarrgemeinde verfügte seit Mai 1950 über ein „schönes, großes“ und eigenes. Seit 1980 beabsichtigte sie eine Orgel anzuschaffen, die –bei aller räumlichen Beengtheit – ein großes Spektrum an Anforderungen erfüllen sollte. Der Linzer Orgelbauer Bruno Riedl erstand den Auftrag und errichtete 1985 ein 15 Register auf zwei Manualen und Pedal umfassendes Instrument.
Auf der östlich benachbarten Liegenschaft befand sich einst ein florierender Gastronomie-Betrieb mit der Eingangsseite auf der Ottakringerstraße und mit einem bis zur Thaliastraße reichenden Garten. Während in dessen mittlerem Teil schon zu Beginn des 20.Jh. ein großer Saal errichtet wurde, blieb die Fläche an der Thaliastraße unbebaut. 2010 plante die REWE-group den großen Saal in einen Supermarkt umzubauen, die noch freigebliebene Fläche an der Thaliastraße sollte als Parkplatz zur Straße geöffnet werden. Das Zusammenwirken aller Beteiligten führte dazu, dass dadurch auch ein Zugang zur Markuskirche direkt vom öffentli-chen Raum geschaffen wurde.

Es fehlte „nur“ noch ein Kirchenportal
Im Zuge von dessen Planung entschied sich die Pfarrgemeinde die kleine Orgelempore aus-zuweiten. Ab dem Spätsommer 2012 erfolgten die hierfür notwendigen Bauarbeiten, die auch die Erneuerung der Elektroinstallationen und diverse Renovierungsarbeiten – beson-ders der Fassaden – umfassten. Schon am 14. Oktober 2012 konnte die feierliche Wiederer-öffnung der Kirche begangen werden. Wie angestrebt wies der Innenraum Verbesserungen hinsichtlich Gestaltung  und Akustik auf. Der größte Zugewinn für unsere Markuskirche ist jedoch in der Außenwirkung eingetreten, da sie ab diesem Zeitpunkt öffentlich wahrnehm-bar ist.